Gilligans Top Ten: Das Ende von Breaking Bad

Screenshot: zap2it.comDas Branchenmagazin Vulture.com hat eine bemerkenswerte Zusammenfassung eines Gesprächs mit Vince Gilligan veröffentlicht, die wir euch nicht vorenthalten wollen.

Im Gespräch mit Vulture sagt Gilligan: „Ich sage mir immer: ‚Wir werden es nicht jedem recht machen können, wir werden es nicht jedem recht machen können…!‘, umso mehr Arbeit haben wir uns gemacht, um der Geschichte ein befriedigendes Ende zu geben“.

Hier die zehn Dinge, die Vulture aus dem Gespräch hervorhebt und die eine Idee vom Breaking Bad Finale hinterlassen:

1. Die Entwicklung von Walts Schicksal
Eigentlich war Gilligan immer klar, wie es enden soll, doch durch die vielen Richtungswechsel, die Walts Geschichte nimmt, wich die Klarheit des Endes und sein Tod ist somit nicht mehr so einfach vorherzusagen wie nach den ersten Episoden.

2. Ein Ende, so gut wie in „Casablanca“
Die Autoren, so Gilligan, nehmen sich kein Beispiel an Serien sondern beziehen sich auf Filme. Und in „Casablanca“ endet es für ihn perfekt: Niemand bekommt genau das, was er erreichen wollte. Der Kerl bekommt das Mädchen nicht, weiß aber, dass sie ihn will. Und er kann nicht zu ihr, denn er muss für die Freiheit kämpfen. Breaking Bad wird nicht enden wie Casablanca, aber die Art des Endes ist ein großes Vorbild.

3. Die Erfahrungen von Akte X
Als Gilligan noch Autor bei der Serie Akte X war, hat er viel über die Konsistenz von Geschichten gelernt: Dass eine Geschichte immer grundlogisch und schlüssig ist, muss nicht zwingend sein. Das Finale kann vieles weglassen und viele Verbindungen herstellen, man sollte sich da nicht verrückt machen.

4. Zurück zum Anfang
Es begann mit Walts 50. Geburtstag, der Krebsdiagnose und der Tötung von zwei Dealern. Wird es Anklänge auf diesen Start im Finale geben? Gilligan sagt, er weiß es nicht, aber er würde sehr viel darüber nachdenken. Im Cold-Entry der fünften Staffel zumindest sieht man Walt an seinem 52. Geburtstag unter falscher Identität frühstücken. Ob das sein Ende oder nur ein „Zwischenfinale“ darstellt, bleibt offen.

5. Ein altes Interview mit Henry Mancini
Vince Gilligan erzählt, er habe ein altes Interview mit dem Filmmusik-Komponisten Henry Mancini gelesen, in dem dieser nach seiner Lieblingsmusik gefragt wurde. Dessen Antwort: „Die besten Kompositionen sind die, die im einen Moment überraschen und im nächsten Moment ganz klar wird, wo es lang geht“. Auch das ist ihm Vorbild.

6. Gerechtigkeit für Walt – oder nicht?
„Natürlich wird Walt sterben – und Jesse muss ihn töten“. „Nein, der Krebs kommt zurück und er wird allein sterben“. „Quatsch, er wird alle an der Nase herum führen und fliehen“. Die Fans sind völlig unentschieden, was passieren sollte. Und auch Gilligan ringt mit sich. Seiner sentimentalen Lebensauffassung nach sollten böse Menschen bestraft und gute Menschen belohnt werden. Dies ist allerdings bisher in Breaking Bad nicht so gewesen. Er fühlt aber auch keinen moralischen Druck dies nun herzustellen.

7. Ein Hoch auf Gott
Gilligans liebste Beschreibung von Walts Entwicklung ist der Bezug auf die Wandlung von „Mr. Chips“ zu „Scarface“. Er fragt sich bei allen Parallelen immerzu, was das mit Gott zu tun haben könnte und glaubt, dass das Finale dazu einen Hinweis parat hat.

8. Jeder Rolle ihre Entwicklung
Baby Holly nicht mitgerechnet, bleiben Breaking Bad neun große Charaktere, die ihren Einfluss auf den Verlauf der Geschichte haben. Manchmal, so Gilligan, glaubt er, es seien zwei zu viel. Er habe Angst, allen Personen gerecht werden zu können. Auf die Frage, wer auf jeden Fall überleben wird, sagt er: „Saul. Der hat die Denke einer Kakerlake, die alles überlebt, während wir anderen von der Atombombe dahingerafft werden. Er wird die am schlechtesten gekleidete Kakerlake der Welt sein“.

9. Hanks Triumph
Es hat 54 Episoden gedauert, bis Hank herausgefunden hat, wer Heisenberg ist und das dieser direkt vor seiner Nase herumtanzt. Hank war eigentlich nur konzipiert als männliches Alpha-Tier neben seinem schwächlichen Schwager Walt. Das Hank aber ein gutes Gespür entwickeln könnte, hat sich erst mit der Zeit herausgestellt. Hank, so Gilligan, ist wie ein moderne Verneigung vor „Columbo“.

10. Endgültiges Ende
Es wird keine Fortsetzung von Breaking Bad geben, keinen Kinofilm, nach 62 Episoden ist Schluss. Ob Recht oder Unrecht, die Geschichte sei so angelegt, geschlossen zu sein. Mit einem Anfang, verschiedenen Entwicklungen und einem klaren Ende, an dem sich alles auflöst.

= = =
Wir sind unsicher, was wir aus den teils sehr verschlüsselten Hinweisen lesen sollen, aber ein paar klare Wegweiser hat Gilligan aufgestellt. Um ein weiteres Bild von den möglichen Entwicklungen zu bekommen, haben wir den famosen Breaking Bad Kritiker Christian Alt gebeten, einen Kommentar für breaking-bad.de zu schreiben. Diesen Gastbeitrag veröffentlichen wir im März an dieser Stelle und freuen uns schon jetzt sehr darauf.

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Eine Antwort auf Gilligans Top Ten: Das Ende von Breaking Bad

  1. el zacho sagt:

    braking bad war und ist die beste serie der welt die sollen weiter drehen des wär ein riesen erfolg

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